Sonderpreisträgerin

Sonderpreisträgerin Eszter Hajdú

Die ungarische Filmemacherin Eszter Hajdú dokumentiert in ihrem 2013 erschienenen Film „Judgement in Hungary“ den zweieinhalbjährigen Prozess gegen die rechtsextremistischen Täter, die 2008 und 2009 sechs Dörfer in Ungarn überfielen und dabei sechs Roma, darunter ein fünfjähriges Kind, ermordeten.

 

Hajdú hat exklusiv den Prozess gegen die drei Hauptangeklagten und ihren Komplizen beobachtet – bisher ist noch kein Prozess gegen Neonazis lückenlos im Gerichtssaal filmisch dokumentiert worden. Im Zuge der Anhörungen kamen krasse Ermittlungsfehler ans Licht und es stellt sich die Frage, ob es sich um bloßen Pfusch oder um gezielte Manipulation handelt. Nach fast 170 Verhandlungstagen wurden die Hauptangeklagten zu lebenslänglichen Freiheitsstrafen verurteilt. Doch die ungarische Roma-Bevölkerung lebt weiterhin in Angst, auch weil mindestens ein Täter, der an den Morden beteiligt war, noch auf freiem Fuß ist.

 

Die Jury würdigte diese hochintensive Dokumentation, die viel über die weitverbreiteten Ressentiments gegenüber Roma und Juden in Ungarn erzählt, und entschied sich, Eszter Hajdú für ihr Engagement mit einem Sonderpreis auszuzeichnen.