Mitglieder der Jury

Dr. Anastasia Crickley

Dr. Anastasia Crickley

Dr. Anastasia Crickley wurde nach ihrem Studium der Sozialwissenschaften in Swansea und Bradford Leiterin der Abteilung für Angewandte Sozialwissenschaften an der Universität von Irland in Maynooth. Darüber hinaus hat sie sich seit vielen Jahren zugunsten unterdrückter Minderheiten in Irland und in anderen Teilen Europas engagiert. Sie besitzt langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Minderheiten und ist Vorsitzende und Gründungsmitglied einer Vielzahl richtungsweisender Organisationen und Kommissionen.  Anastasia Crickley war von 2004 bis 2009 Vorsitzende des Nationalen Beratungsausschuss gegen Rassismus und Diskriminierung, von 2007 bis 2010 Vorsitzende und Mitglied des Aufsichtsrates der Behörde für Grundrechte und wurde kürzlich in das UN-Komitee gegen Rassendiskriminierung gewählt. In Ausübung dieser Funktion ist sie die erste irische Frau innerhalb eines UN-Kommitees.

Maud de Boer-Buquicchio

Maud de Boer-Buquicchio

Maud de Boer-Buquicchio begann nach dem Studium des Französischen und der Rechtswissenschaften in Leiden im Jahr 1969 ihre berufliche Karriere im Europarat. In verschiedenen Funktionen beim Europarat hat sie sich insbesondere dem Thema Menschenrechte gewidmet. Als Stellvertretende Registratorin des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs war sie an der Gründung des neuen Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs beteiligt. Im Juni 2002 ist Maud de Boer-Buquicchio als erste Frau zur stellvertretenden Generalsekretärin des Europarats ernannt worden. Im Jahr 2007 ist sie für eine zweite fünfjährige Amtsperiode wiedergewählt worden. In dieser Funktion hat sie sich in besonderer Weise für den Schutz bedrohter Gruppen wie insbesondere die nationalen Minderheiten oder von Roma und Sinti eingesetzt.

Roman Kwiatkowski

Roman Kwiatkowski

Roman Kwiatkowski ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Bürgerrechtsbewegung der Roma in Polen und einer der Mitbegründer des Verbands der Roma in Polen, als deren Direktoriumsvorsitzender er seit dem Jahr 1997 fungiert. In dieser Funktion organisiert er unter anderem Kultur- und Bildungsveranstaltungen zur Geschichte der Roma-Minderheit sowie die jährlichen Gedenkfeiern in der Gedenkstätte Auschwitz zur Erinnerung an die Opfer der „Liquidierung“ des „Zigeunerlagers“ am 2. August 1944. Roman Kwiatkowski war Mitglied im Internationalen Komitee für die Errichtung einer Ausstellung zum Völkermord an den Roma und Sinti im Staatlichen Museum Auschwitz, ist Mitglied im polnischen Auschwitz-Komitee und Autor zahlreicher Fachpublikationen.

 

Dr. h. c. Manfred Lautenschläger

Dr. h. c. Manfred Lautenschläger

Manfred Lautenschläger ist einer der Gründer des seit 1971 bestehenden Finanzdienstleisters MLP. In der Zeit von 1984 bis 1999 fungierte er als deren Vorstands-vorsitzender und wechselte dann in den Aufsichtsrat des Unternehmens. Im Jahr 2002 rief er die Manfred Lautenschläger Stiftung ins Leben, deren Zweck die Förderung von Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur sowie der Völkerverständigung ist. Manfred Lautenschläger ist Ehrendoktor der theologischen Fakultät der Universität Heidelberg, Ehrensenator der Universität Heidelberg und der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg sowie Mitglied des Universitätsrates der Universität Heidelberg. Seit Juli 2002 gehört Manfred Lautenschläger dem Kuratorium des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma an. Er ist Stifter des Europäischen Bürgerrechtspreises der Sinti und Roma.

Romani Rose

Romani Rose

Romani Rose ist seit 1982 Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma und darüber hinaus Vorsitzender des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma. Mit Minderheitenvertretern aus den USA, Mexiko, Argentinien, Japan, Indien, Sri Lanka, Frankreich und Holland ist Romani Rose seit 1988 Mitbegründer und Direktoriumsmitglied der Internationalen Bewegung gegen Diskriminierung und Rassismus (IMADR). Als Vorsitzender des Zentralrats gehört Romani Rose außerdem dem „Deutschen Minderheitengipfel“ an, also den regelmäßigen Treffen der Vorsitzenden der nationalen Minderheiten in Deutschland (Sorben, Friesen, Dänen und Sinti und Roma). Im Mai 2006 wurde Romani Rose darüber hinaus in den Internationalen Auschwitz-Rat sowie in den Beirat der Antidiskriminierungsstelle des Bundes berufen.

László Teleki

László Teleki

László Teleki, geb. 1959 in Nagykaniza, Ungarn, hat sich nach einem Ingenieursstudium bereits vor der politischen Wende in Osteuropa im Rahmen von verschiedenen Selbstorganisationen für die Belange der ungarischen Roma engagiert. Nach 1990 war er unter anderem als Roma-Mediator sowie als Vorsitzender verschiedener Roma-Selbstorganisationen aktiv und war zudem Mitglied im Internationalen Komitee für die Errichtung einer Ausstellung zum Völkermord an den Roma und Sinti im Staatlichen Museum Auschwitz. Darüber hinaus ist er im Jahr 2002 und im Jahr 2006 als Abgeordneter der Sozialistischen Partei Ungarns (Magyar Szocialista Párt – MSZP) in das ungarische Parlament gewählt worden. Er arbeitete in der Zeit zwischen Oktober 2004 und Juni 2006 als politischer Staatssekretär des Ministeriums für Jugend, Familie, Soziales und Gleichstellung und ist gegenwärtig Vorsitzender des Interministeriellen Komitees für Roma-Angelegenheiten.

Erwin Teufel

Erwin Teufel

Erwin Teufel war nach seiner Ausbildung zum Diplom-Verwaltungswirt von 1964 bis1972 Bürgermeister von Spaichingen. Nach seiner Wahl in den Landtag von Baden-Württemberg fungierte er als Staatssekretär im Innen- und im Umweltministerium in verschiedenen Landesregierungen und wurde im Januar 1991 zum Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg gewählt. Erwin Teufel amtierte als Ministerpräsident bis zum April 2005 und ist heute unter anderem Mitglied im Deutschen Ethikrat. Neben zahlreichen Ehrungen durch deutsche und internationale Einrichtungen erhielt er im Jahr 2005 den Teddy-Kollek-Preis für seinen Einsatz für Jerusalem und die deutsch-israelischen Beziehungen. Erwin Teufel ist seit Mai 2002 Mitglied im Kuratorium des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma.

Johan „Zoni“ Weisz

Johan „Zoni“ Weisz

Johan „Zoni“ Weisz ist Sinto und hat als einziges Mitglied des engeren Familienkreises die nationalsozialistische Terrorherrschaft in den Niederlanden überlebt. Seine Eltern und Geschwister wurden in Auschwitz ermordet. Nach einer Lehre als Blumenbinder studierte er zusätzlich Ausstellungsarchitektur und Kunstgeschichte und wurde als selbständiger Unternehmer einer der führenden Floristen des Landes und hat in dieser Funktion die Gestaltung und Dekoration zahlreicher staatlicher Großveranstaltungen realisiert. Über mehr als 40 Jahre hinweg hat er als Repräsentant der holländischen Blumenindustrie deren Werbeauftritte in den Vereinigten Staaten, Kanada und in zahlreichen europäischen Staaten organisiert. Im Jahr 2002 wurde Johan Weisz für seinen Einsatz zugunsten der Blumenindustrie und für die Sinti und Roma-Minderheit des Landes von Königin Beatrix zum „Officier in de Orde van Oranje Nassau“ (Offizier im Orden von Oranje Nassau) ernannt.